Keine Hochzeit ohne Hochzeitstorte! Schon die alten Römer servierten einen speziellen Kuchen zur Hochzeit. Dieser bestand aus Mandeln und wurde über dem Kopf der Braut zerteilt. Die Hochzeitsäste sammelten die Krümel auf und aßen diese auf. Dieser Brauch wird heute nicht mehr zelebriert, wohl auch weil die Torten mittlerweile echte Kunstwerke sind, aufwendig dekoriert in den verschiedensten Geschmacksrichtungen und Ausführungen und oft mit einer Figur getoppt.

Was gehört in eine Hochzeitstorte?

Die Hochzeitstorte galt früher als Fruchtbarkeitssymbol, daher bestand sie oft aus Mandeln oder Marzipan. Denn Mandeln stehen symbolisch gleichzeitig für das Glück, wie auch die Bitterkeit in der Liebe. Das im Marzipan enthaltene Rosenöl steht für die Leidenschaft, die in keiner Ehe fehlen sollte.

Ein netter Brauch, der auch heute noch viele Anhänger findet: Lasst zwei Kaffeebohnen in die Torte einbacken, eine geröstete und eine ungeröstete. Wer die geröstete Bohne findet, wird demnächst ebenfalls heiraten, wer die ungeröstete zu sich nimmt bleibt ledig. Ob dieser Brauch auch für bereits verheiratete Gäste gilt, ist nicht überliefert.

Aus wie vielen Stockwerken sollte eine Hochzeitstorte bestehen?

Traditionell besteht die Hochzeitstorte aus fünf Etagen, jede steht für einen Meilenstein im Leben: Geburt, Kommunion/Konfirmation, Heirat, Kinder, Tod.  Heutzutage sind auch weniger Etagen üblich, bzw. sind auch große, oft herzförmige, Kuchen als Hochzeitstorte gängig. Hier bieten sich, vor allem im Sommer, üppige Erdbeer oder Himbeerkuchen an.

Wann wird die Hochzeitstorte serviert?

Wann die Leckerei angeboten wird, ist freigestellt. Wer seinen Gästen Kaffee und Kuchen serviert, sollte auch die Hochzeitstorte am Nachmittag anbieten. Wir empfehlen sogar sie bei einem Sektempfang aufzufahren, also selbst dann wenn eine Nachmittagsverköstigung nicht vorgesehen ist. Erfahrungsgemäß ist die Zeit zwischen Trauung und Abendessen oft sehr lang und die Gäste verspüren, vor allem wenn schon Alkohol ausgeschenkt wird, oft früh Hunger, denn ein großes Mittagessen fällt auch für die Hochzeitsgäste, die sich ja ebenfalls aufwendig zurechtmachen, meistens aus. Mittlerweile wird die Torte häufig als Mitternachtssnack aufgefahren, das macht viel her, aber wir hören oft, dass die Gäste nach einem üppigen Büffet oder Menü pappsatt sind und die Torte gar nicht mehr richtig genießen können. Wir empfehlen daher unbedingt den Nachmittag! Oder wie wäre es mit einer Eistorte als Nachspeise, wenn die Torte partout am Abend serviert werden soll?

Traditionell wird die Torte vom frischgebackenen Ehepaar angeschnitten und dabei gibt es einige Bräuche zu beachten:

Anschnitt der Torte – Wer hat die Hand oben?

Dem Brauch nach hat derjenige in der Ehe das Sagen, der beim Anschneiden der Torte die Hand oben liegen hat.  Ob die Torte mit einem ordinären Kuchenmesser oder mit einem Schwert angeschnitten wird bleibt Euch überlassen. Ein Tipp für alle Hochzeitsgäste: ein edles, graviertes Tortenmesser und Tortenschieber ist ein tolles, bleibendes Geschenk für diesen Anlass, das auch später immer wieder zum Einsatz kommt!

Angeschnitten wird dann, wenn die Torte auch serviert werden soll. Und nicht vergessen: Nach dem ersten Anschnitt folgt, erst recht wenn es Streitigkeiten um die Oberhand gab, ein Kuss über die Torte hinweg. Je höher die Torte, desto schwieriger das Unterfangen.

Wer bekommt das erste Stück?

Hier scheiden sich die Geister.  Traditionell gehört dem Bräutigam das erste Stück. Ein Brauch besagt außerdem, dass das Ehepaar sich damit gegenseitig füttert. Ein anderer sagt, das erste Stück gehört der Schwiegermutter der Braut. Aber Achtung! Das Stück darf nicht umfallen, denn das bringt Unglück und die Braut bekommt eine böse Schwiegermutter. Wer diesem Brauch folgt, sollte also ein möglichst breites, umfallsicheres Tortendreieck schneiden.

Das erste Stück kann aber auch verkauft bzw. versteigert werden, so kommt wieder etwas Geld in die geschröpfte Haushaltskasse ;-).

Oft schneidet das Brautpaar die ganze Torte und verteilt sie an die Gäste (in welcher Reihenfolge bleibt euch überlassen). Bei sehr vielen Gästen übernimmt aber gern auch das Personal der Location diese Aufgabe.

Erinnerung zum 1. Hochzeitstag

Viele Brautleute frieren sich auch einige Stücke, bzw. eine Etage ein, um sie zum ersten Hochzeitstag anzubieten. Wenn der Platz im Gefrierschrank und die Tortenzusammensetzung es hergibt, ist das eine schöne Möglichkeit, sich den großen Tag auch geschmacklich in Erinnerung zu rufen.