In der Kirche zu heiraten steht bei vielen Paaren noch immer hoch im Kurs, trotz sinkender Mitgiederzahlen in den Kirchengemeinden. Für viele Hochzeitsgäste ist es, abgesehen von Weihnachten, der erste Gang in einen Gottesdienst seit langer Zeit. Zudem ist es längst nicht mehr unüblich, dass ein Teil des Brautpaares konfessionslos ist und daher auch die Freunde und Familien mit den Bräuchen und Riten wenig bis gar nicht vertraut sind. Das führt immer wieder zu Verwirrung. Wer sitzt wo? Wer zieht wann und wie aus der Kirche ein und aus? Wann soll man aufstehen und was darf man in der Kirche anziehen? Wir erläutern in diesem Artikel den groben Ablauf einer kirchlichen Trauung, damit Sie wissen, worauf sie sich einstellen müssen/können. Die Abläufe sind natürlich individuell und stark vom jeweiligen Zelebranten (z.B. Pastor, Pfarrer etc) und den Wünschen des Brautpaares abhängig. Wie Sie sich in der Kirche verhalten, was Sie beachten und was sie unbedingt vermeiden sollten erklären wir in einem späteren Beitrag.

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In der evangelischen Kirche ist die Ehe eine weltliche Angelegenheit, daher gibt es lediglich einen Gottesdienst anlässlich der Eheschließung, in dem das Brautpaar den Segen Gottes erhält.

Der grobe Ablauf einer evangelischen Trauung:

Der Einzug – in der Regel versammeln sich alle Gäste vor der Kirche bis Sie hereingebeten werden. Dann suchen Sie sich einen Sitzplatz. Dabei gilt: Eltern und enge Familienangehörige, sowie Trauzeugen nehmen in den vorderen Reihen Platz. Die Familie und Freunde des Bräutigams auf seiner – der linken Seite – die der Braut auf der rechten Seite. Sind Sie mit beiden befreundet, suchen Sie sich eine Seite aus.

Haben alle Gäste in der Kirche Platz genommen beginnt der eigentliche Einzug. Orgelmusik ertönt und der Zelebrant tritt zum Altar, ihm/ihr folgt das Brautpaar. Wird die Braut vom Vater zum Altar geführt, wartet der Bräutigam dort auf sie.

Während des Einzugs steht die Hochzeitsgesellschaft dem einziehenden Paar zugewandt. Werfen Sie dem sicher aufgeregten Paar aufmunterte Blicke und ein Lächeln zu, es wird diese Augenblicke sehr genießen und nie vergessen.

Nehmen Sie erst Platz, wenn das Paar am Altar angekommen ist und sich hingesetzt hat. Meist gibt der Zelebrant ein Zeichen.

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Begrüßung – nach dem Einzug wird das Brautpaar und die Hochzeitsgemeinde vom Zelebranten begrüßt.

Ankündigungen – der Zelebrant gibt einige allgemeine Informationen, wie zum Beispiel für welchen Zweck die Kollekte bestimmt ist, spricht ein Fotoverbot aus (Halten Sie sich bitte daran!)

Danach folgt der Eingangspsalm, woraufhin zumeist das erste Lied gesungen wird.

Weiter geht es mit dem Eingangsgebet und einer Ansprache, die sich thematisch mit dem Trauspruch des Paares beschäftigt. Anschließend gibt es in der Regel wieder Musik, ein Lied der Gemeinde oder andere musikalische Darbietungen.

Nun werden Lesungen vorgetragen, entweder vom Zelebranten oder von einem Hochzeitsgast, zum Beispiel den Trauzeugen.

Nach einem Gebet zur Trauung kommt es schließlich zur Trauhandlung, d.h. zur Traufrage, Ringwechsel und Segnung. Der  Zelebrant fordert durch Handbewegung das Brautpaar und die Gäste zum Aufstehen auf.

Damit das Paar sein Ja-Wort genießen kann ist danach wieder ein Musikstück zu hören.

Nun kommen die Fürbitten, die ebenfalls von nahen Angehörigen oder Freunden vorgetragen werden (manchmal aber auch vom Zelebranten).

Im Anschluss spricht die gesamte Gemeinde das Vater unser. Nun erhält das Brautpaar die Brautbibel überreicht, manchmal wird auch eine Hochzeitskerze entzündet.

Der Zelebrant segnet das Brautpaar und begleitet das Paar mit musikalischer Begleitung bis zur Kirchentür. Wie beim Einzug, stehen die Hochzeitsgäste auch beim Auszug und erweisen dem Paar so die Ehre. Nachdem das Paar den Mittelgang durchschritten hat, folgen die Gäste von vorn nach hinten. Das heißt, warten sie bis sich die vorderen Reihen geleert haben und springen sie nicht von der Seite rein!

In der Regel erhalten Sie beim Betreten der Kirche ein sogenanntes Kirchenheft, dort ist der genaue Ablauf der Trauung beschrieben, zudem finden Sie in diesem Heft auch die Lieder und Noten der gesungenen Lieder. Gibt es kein solches Kirchenheft, liegen zumeist Gesangsbücher aus.

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