Junggesellenabschied

Für viele Trauzeugen ist die Organisation des Junggesellenabschieds bzw des Junggesellinnenabschieds die Hauptaufgabe. Bevor die Freundin, der Freund in die Ehe geht soll sie/er es nochmal so richtig krachen lassen.

Der Junggesellenabschied ist eine Tradition aus England („Stag Night“ oder „Hen Night“) und wurde früher beim Vater des Bräutigams abgehalten. Die Männer der beiden zu vereinigenden Häuser prüften damals auf das Genaueste, ob sich der Bräutigam mit seinen ehelichen Pflichten auskennt. In feinster Festtagskleidung wurden dabei Ansprachen von den Familienoberhäuptern abgehalten. Der Junggesellenabend als Abschied von den Kumpeln des Bräutigams wurde erst in neuerer Zeit in Deutschland eingeführt. Die Väter sind meist gar nicht mehr dabei und geprüft wird allerhöchstens Trinkfestigkeit und die Bereitschaft sich zu blamieren.

Der Junggesellenabschied wird als Überraschung geplant, hauptverantworltlich ist der/die Trauzeug/in. Oft unterstützt und plant aber der gesamte Freundeskreis. Häufig wissen Braut und Bräutigam nicht mal an welchem Tag sie überrascht werden.

Damit am zweitwichtigsten Tag auch nichts vergessen wird, sind hier alle wichtigen Informationen rund um das Thema Abschied vom Junggesellendasein:

Aufgaben des Trauzeugen

Allgemein gesprochen ist die Aufgabe des Trauzeugen die, den Abschied zu organisieren und dafür zu sorgen, dass an dem Abend alles reibungslos läuft. Auch die Einladung von Freunden sowie das Finanzielle obliegt ganz dem Planenden. Je nach Aufwand unterstützen die anderen Gäste den Trauzeugen bestimmt gerne bei der Vorbereitung. Bei einer größeren Gruppe kann es sich auch anbieten, die Aufgaben aufzuteilen. Übernimmt jeder der Gäste eine planende Funktion, sollte jedoch eine Person den Gesamtüberblick behalten, wie der nächste Abschnitt zeigt.

Der Trauzeuge gibt das Kommando

Wie heißt es doch so schön?Viele Köche verderben den Brei.Oder anders ausgedrückt: Wer zu viele Gäste mit in die Planung einbezieht, kann sich auf Chaos einstellen. Um nicht jedes Detail mit immer wieder auszudiskutieren, sollte von vornherein klar sein, dass der Trauzeuge das letzte Wort hat. In den meisten Fällen kennt er den Bräutigam oder die Braut sowieso am besten kennt und auch weiß somit auch, was gefällt.

Ideen die auch dem Brautpaar gefallen

Auch wenn der Trauzeuge “Chef” ist, bei der Planung sollte auf jeden Fall beachtet werden, was dem Brautpaar gefallen könnte. Meist kennt man sich gut genug, um zu wissen, ob es denn ein Striptease sein darf, ob der Bollerwagen die richtige Wahl ist, oder ob man dem Brautpaar vielleicht doch mit einem Wellnesstag die größte Freude macht. Aufmerksame Zuhörer haben vorab bestimmt den einen oder anderen versteckten Hinweis vom Junggesellen aufschnappen können.

Das passende Motto

Ist der Bräutigam Star Wars Fan? Dann sollte die Wahl eines Mottos nicht schwerfallen. Und wenn die Braut im Alltag einen verstärkten Hang zu einer bestimmten Farbe hat, muss auch hier nicht lange nachgedacht werden, in welche Richtung es optisch gehen soll. Hat das Brautpaar keine so deutlichen Hobbys oder Kennzeichen, so wäre es eine Idee sich für den Lieblingsfilm oder ein spezielles Jahrzehnt zu entscheiden. Inzwischen ist es auch fast schon Tradition das Kostüm des Junggesellen möglichst “peinlich” zu gestalten. Aus diesem Grund werden immer häufiger Männer in Reizwäsche und Make Up auf den Straßen gesichtet. Wofür auch immer sich entschieden wird, Hauptsache es wird später erkannt, dass die Gruppe zusammengehört.

Wann sollte der Junggesellenabschied stattfinden?

Wichtig ist, dass die Feier an einem Tag stattfindet, an dem das Brautpaar auf jeden Fall Zeit hat. Manche Trauzeugen entscheiden sich dafür, die Braut oder dem Bräutigam zu überraschen. Hier sollte sich der Organisator aber sicher sein, dass die Hauptperson an diesem Tag wirklich noch nichts vorhat. Wenn unbedingt überrascht werden soll, ist es hilfreich, die bessere Hälfte des Brautpaares einzuweihen. (Also in dem Fall der Ehepartner in spe.) Keine gute Idee ist es übrigens, wenn der Junggesellinnenabschied direkt am Tag vor der Hochzeit stattfindet, denn niemand möchte seinen großen Tag müde und verkatert angehen.

Wann beginnt die Feier?

Auch das hängt stark davon ab, was geplant wurde und wie viel Zeit zur Verfügung steht. Eine Möglichkeit ist es, den Tag mit einem gemütlichen Sektfrühstück zu starten. Bei anderen Partys wird der Junggeselle direkt nach dem Feierabend eingesammelt und ohne Zwischenstopp zur Location gebracht. Auch hier gilt, schön ist was gefällt.

Wer wird eingeladen?

Braut und Bräutigam sollen selbst entscheiden, wer bei Ihrer Party dabei sein soll. Am besten ist es, wenn das Brautpaar vorab eine Liste mit Namen anfertigt. Diese werden dann erst vom Trauzeugen eingeladen. Die Teilnehmerliste sollte bestenfalls nicht jeglichen Rahmen sprengen. Dabei sollte immer bedacht werden, dass mehr Gäste auch mehr organisatorischen Aufwand bedeuten. Auch wenn es der Braut oder dem Bräutigam vielleicht schwerfällt, die Personenanzahl sollte überschaubar gehalten werden.

Wo soll der Junggesellenabschied stattfinden?

Die Wahl des perfekten Ortes hängt sehr mit den Vorlieben des Brautpaares zusammen. Ist die Braut zum Beispiel eher schüchtern, so ist ein Ausflug in die nächste Nacktbar inklusive Body Shots vielleicht nicht die beste Idee. Und möchte der Bräutigam an seiner „letzten Nacht in Freiheit“ wild feiern, wird er von einem ruhigen Ausflug in die Weinberge vielleicht nicht ganz so begeistert sein. Sobald eine erste Vorstellung besteht, wie der Tag ablaufen soll, wird die Suche nach einer passenden Location kein großes Hindernis mehr darstellen.

Wie ist der Ablauf?

Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. So könnte das Brautpaar zum Beispiel schon morgens überrascht werden. Ist ein längerer Ausflug mit Übernachtung geplant, könnte eine eingeweihte Person bereits eine kleine Tasche gepackt haben. So kann es ohne Zeitverlust direkt losgehen und es müssen nicht erst umständlich Sachen zum Mitnehmen gesucht werden. Ein Zeitplan ist hierbei schön und gut. Dabei sollte aber immer Raum für Spontanität gelassen werden. Von Aktion zu Aktion zu hetzen ist mit Sicherheit für keinen der Gäste lustig. Und die schönsten und witzigsten Momente entstehen sowieso ungezwungen.

Welche Spiele gibt es?

Das ist wohl der Moment des Tages, an dem alle Beteiligten den meisten Spaß haben. Bei der Auswahl der Spiele gibt es meist kein Tabu und der Junggeselle wird ordentlich gefordert. Spiele gibt es in sämtlichen Schwierigkeitsstufen und Peinlichkeitsgraden und gehören, in den meisten Fällen, zu einem ordentlichen Abschied dazu. Hier eine kleine Auswahl:

  • Eine Rede halten: Hierbei stellt sich die Braut oder der Bräutigam auf einen möglichst belebten Platz und hält eine (spontane!) Ansprache. Der Inhalt spielt dabei keine Rolle, Hauptsache öffentlich mit vielen Zuschauern.
  • Tanzeinlage: Darf ich bitten? heißt es bei dieser Herausforderung. Das Brautpaar darf ordentlich die Hüften kreisen lassen. Ob dazu eine fremde Person aufgefordert wird oder die nächste Straßenlaterne dafür herhält, spielt dabei keine Rolle.
  • Reich durch Tauschen: Dem Junggesellen wird ein relativ wertloser Gegenstand (wie zum Beispiel eine Haarnadel) in die Hand gedrückt. Ziel ist es den Gegenstand gegen etwas Besseres zu tauschen, bis am Ende zum Beispiel eine Flasche Wodka dabei herausspringt.
  • Raus die Etiketten: Die Herausforderung hierbei ist es, möglichst viele Etiketten aus der Unterwäsche von Passanten zu sammeln. Die Braut in spe hat es dabei auf Männerunterhosen abgesehen, der Bräutigam wiederum hat die Wahl zwischen den Etiketten aus Damenhöschen oder BHs.

Was kommt in den Bauchladen?

Fast schon wie eine Tradition gehört er zu einem klassischen Abschied dazu: der Bauchladen. Gefüllt mit allerlei Kleinigkeiten, schmiegt er sich um die Hüfte des Junggesellen und dient gleichzeitig dazu die Partykasse zu füllen. Damit der Rubel rollt, sollte darauf geachtet werden, dass sich nicht nur Dinge im Bauchladen befinden, die der Passant sowieso an jeder Ecke kaufen kann. Immerhin soll ja ein bisschen was an Geld zusammenkommen. Die Grundregel lautet: Im Einkauf günstig, im Verkauf mit Profit. Am Bauchladen kann die ganze Kreativität ausgelebt werden, wobei Süßigkeiten und Alkohol wohl nach wie vor die größten Verkaufsschlager sind.

Was bezahlt der Junggeselle?

Zusammengefasst: Nichts. An diesem Tag feiern Braut und Bräutigam umsonst. Der Trauzeuge stellt bestenfalls vorab einen Kostenplan auf, um die ungefähren Ausgaben abzuschätzen. Dieser Betrag wird dann durch alle Teilnehmer (außer der Hauptperson natürlich) geteilt. Durch Spiele und Verkauf aus dem Bauchladen kann das Budget bei der Feier noch weiter aufgestockt werden. Wer das Geld an sich nimmt und somit auch den Überblick über die Finanzen behält, sollte vorab geklärt werden.

Immer die Geschehnisse im Blick behalten

Auch wenn an diesem Abend natürlich alle Ihren Spaß haben sollen, ist es keine schlechte Idee, wenn einer der Gäste den Überblick behält. Bei hohem Alkoholkonsum kann es durchaus auch mal etwas heftiger zugehen. Und kompromittierende Fotos des Junggesellen und der Junggesellin sind so kurz vor der Hochzeit ganz und gar keine gute Idee.

Wie lange geht der Junggesellenabschied?

Das hängt in erster Linie ganz von der Truppe ab und wie viel Zeit jeder mitbringt. Manche feiern nur ein paar Stunden am Abend, andere wiederum zelebrieren den Abschied über das ganze Wochenende. Aber länger heißt auch nicht unbedingt immer besser. Bevor also damit begonnen wird, einen Partymarathon zu planen, sollte vor allem bedacht werden, dass es für das Brautpaar am wichtigsten ist, einen schönen Abend mit Freunden zu verbringen. Und mit Spaß und ein wenig Planung, können Sie den Abschied vom Junggesellendasein gebührend feiern.